Cumbe

ÖFSE, Österreichische Forschungsstifung für Internationale Entwicklung, 14.06.2017



Eine große Leistung dieser Graphic Novel ist es, Sklaverei und koloniale Unterdrückung – anders als in der eurozentrischen Geschichtsschreibung – aus Perspektive der Unterdrückten zu erzählen, ohne sie in eine starre Dichotomie aus Tätern und Opfern zwängen zu wollen. Der brasilianische Autor Marcelo D’Salete rückt die Handlungsfähigkeit der Versklavten in den Vordergrund und illustriert mit kräftigen Schwarz-Weiß-Zeichnungen und in schlichter Sprache die Geschichten von fünf Bantu, die sich der Ausbeutung widersetzen. Deutlich wird dabei auch die immanent rassistische Dimension des atlantischen Dreieckshandels, in dem Millionen Menschen aus Afrika auf die amerikanischen Kontinente verschleppt wurden, um als Sklaven beispielsweise auf Baumwoll- oder Zuckerrohrplantagen zu arbeiten.



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