Der Fotograf von Mauthausen

Der sozialdemokratische Kämpfer, Nr.08-09/2019



Wie 7.000 seiner republikanischen Genossen wurde der katalanische Fotograf Francisco Boix von den Nationalsozialisten ins KZ Mauthausen deportiert. Zu Beginn ist er nur daran interessiert, diesen Alptraum irgendwie zu überleben. Aber als er auf den SS-Hauptscharführer Paul Ricken trifft, einen perversen Nazi-Ästheten, der sich daran erfreut, das Grauen zu fotografieren, versteht der junge Mann, dass dies ein einzigartiges Zeugnis ist. Für den Erkennungsdienst fotografierte Boix Häftlinge, SS-Aufseher und den grausamen Lageralltag. Doch wie konnte Boix zehntausende Fotos und Negative verstecken bzw. aus dem Lager schmuggeln? Hilfe leisteten ihm Mithäftlinge und eine mutige Bewohnerin von Mauthausen, Anna Pointner, die die Bilder bis zum Kriegsende bei sich im Garten versteckte. Nach der Befreiung sagte Boix als einziger spanischer Zeuge bei den Nürnberger Prozessen aus. Seine Aufnahmen wurden zur Verurteilung der Täter in Nürnberg und auch bei den Dachauer Prozessen herangezogen. Den oft drastischen 100 Seiten Comic folgen 50 Seiten mit einer Fotoauswahl sowie informativen Texten. Gut gemacht, da die Zeichnungen die schreckliche Wirklichkeit abbilden.



Rezensiert von: Peter Blum
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